Es geschah einmal, daß ein Bewohner Burgstädts auf den Stein ging. Von der Hitze ermattet, legte er sich im Waldesgrün, wo ihn wohltätige Kühlung umfing, nieder und fiel bald in einen tiefen Schlaf. Plötzlich rief ihm eine Stimme zu: "Stehe auf, denn ich führe dich zu deinem Glücke!" Als er die Augen aufschlug, war es Nacht und vor ihm stand ein graues Männchen. Mit unsichtbarer Macht zog es ihn dem Männchen zu folgen, wohin ihn dasselbe führte. Bald standen sie vor einer geöffneten Pforte, und im Inneren der Höhle lagen Haufen von hellerleuchtetem Golde. Da sagte das Männchen: "Jetzt sind wir am rechten Orte. Alles, was du hier siehst, soll dein sei, und du bist alle deine Sorgen los. Nur eine Kleinigkeit wünsche ich mir von dir: dein Weib gebar dir einen Knaben, den sollst du mir für dies Gold schenken, daß er mir mit Leib und Seele gehört!"
Da nahm der fromme Burgstädter schnell ein Kreuz, der Christen heiliges Zeichen, daß er bei sich trug, hervor und hielt es den Verführer entgegen.