Geschichte
 

Burgstädts Geschichte dokumentiert

Burgstädt ist eine Kleinstadt, 15 km nordwestlich von Chemnitz an der Bahnlinie Chemnitz Leipzig gelegen. Eine Quittung im Verzeichnis der den Markgrafen zu Meißen und Landgrafen zu Thüringen in den wettinischen Landen zustehenden Einkünfte, datiert aus dem Jahre 1378, erwähnt die Güter ”zu Burkissdorf vor dem stedil”. Mit dem ”stedil” ist ohne Zweifel Burgstädt gemeint. Es wird vermutet, dass Burgstädt ohne bereits diesen Namen zu führen zwischen 1270 und 1301 als Marktort angelegt wurde. Erst im 16./17. Jahrhundert setzte sich die Unterscheidung zwischen Burkersdorf und Burgstädt allgemein durch, wobei aber die Schreibweise noch oft wechselte. Die heutige Schreibweise existiert seit etwa 1822.

Stadtansicht vom Taurasteinturm

Ursprünglich galt der Ackerbau als Haupterwerb, die häusliche Weberei als Nebenerwerb der Bewohner. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Gerste und Lein waren Ausgangspunkt für die industrielle Tätigkeit und das Gewerbe. So entstanden Handwerkerinnungen wie die der Bäcker 1504, der Leineweber 1512, der Schneider 1577, der Fleischer, Schmiede und Wagner 1678 sowie der Strumpfwirker 1757. Das Braurecht wurde den Einwohnern wohl von Anfang an verliehen. Das Brauhaus am Markt gehörte den brauberechtigten Bürgern bis 1847. 1892 siedelte der damalige Brauereibesitzer in die von ihm neu erbaute Brauerei an der Chemnitzer Straße über.

Herrenstraße

Die Industrie entwickelte sich in den ältesten Barockbauten an der Herrenstraße. Der Zeughändler Johann Friedrich Wagner brachte 1742 als erster Burgstädter Wirkwaren zur Leipziger Messe und erzielte so erfolgreiche Abschlüsse, dass er an der Herrenstraße eine Manufaktur für halbseidene Camelottes (Tücher) errichten lassen konnte. Durch ihn wurde Burgstädt auch zum Ausgangspunkt der sächsischen Kattundruckerei. Überhaupt bestimmte die Textildruckerei die Geschichte der Stadt. 1776 erhielt Traugott Benjamin Böhme das kurfürstliche Privileg, als einziger Manufakturherr Sachsens reinseidene Tücher herstellen zu lassen. 1810/20 produzierte die Firma Bergt als erste sächsische Firma Stoffe mit echtfarbigem roten Druck. Mit der Einführung des mechanischen Webstuhles kam die Strumpfwirkerei auf. Zu gleicher Zeit entstand die Handschuhindustrie, die den Burgstädter Betrieben großes Ansehen einbrachte.

Das Gewerbe und die Industrie benötigten auch einen guten Absatzmarkt. Seit 1568 durften Jahrmärkte und Volksfeste auf dem Anger abgehalten werden. Hans Georg von Schönburg erteilte als Herr von der Stadt am 22. März 1631 das Recht zur Durchführung von Wochenmärkten.

Die erste Postagentur nahm 1840 in der heutigen Chemnitzer Straße 2 die Tätigkeit auf und beförderte Postsachen nach Hartmannsdorf zur Ablieferung an die Fahrpost. 1868 wurde der erste Telegraph eingeführt. 1891 erfolgte der Anschluss an das Fernsprechnetz, 1900 entstand der Neubau des kaiserlichen Postamtes am heutigen Ahnataler Platz (sehenswerte restaurierte Volksbank). Durch Erweiterung des Fernsprechnetzes wurden neue Räumlichkeiten benötigt. Zu diesem Zweck errichtete man Ende der zwanziger Jahre an der Goethestraße 1 das neue Postamt.

Am 8. Januar 1853 brachte die Druckerei C. A. Tetzner das erste "Burgstädter Wochenblatt” heraus, aus dem sich später die Zeitung ”Burgstädter Anzeiger und Tageblatt” entwickelte. 1988 erschien die erste Ausgabe des Burgstädter ”Heimatblattes”, jetzt als "Weihnachtsausgabe" des wöchentlich erscheinenden ”Burgstädter Anzeigers”. In einem Gebäude des Welkerschen Grundstückes druckte eine geheime Druckerei in den Jahren 1885 - 1889 erstmals in Sachsen die in Deutschland verbotene Zeitung ”Der Sozialdemokrat”, aus der später das Organ, ”Der Textilarbeiter” hervorging.

1661 bekam ein Bürger der Stadt Burgstädt ein Apothekenprivileg. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts erfolgte die Unterbringung der Kranken und Pflegebedürftigen im Armenhaus der Stadt. 1862 wurde zwar ein Krankenhaus eingerichtet, doch die Betreuung der Patienten blieb weiterhin dem Armenarzt überlassen. Erst 1887 erfolgte der Bau eines Stadtkrankenhauses am Anger. 1951 erfolgte der Umbau des ehem. Finanzamtes auf der Beethovenstraße zu einem Krankenhaus. Der Bau eines großen modernen Krankenhauses für die gesamte Region wurde 1994 in Hartmannsdorf begonnen.

Bis Mitte dieses Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl der Stadt stetig an und überschritt sogar die 20.000, nicht zuletzt auf der Grundlage von Zusammenschlüssen. So kamen Göppersdorf mit Herrenhaide und Burkersdorf mit Heiersdorf 1935, und auf den Tag genau 60 Jahre später, die Gemeinde Mohsdorf mit Schweizerthal sowie 1974 Helsdorf zu Burgstädt.

Gewerbegebiet Burgstädt




1992 wurde auf der ”Grünen Wiese” zwischen Burgstädt und dem Ortsteil Herrenhaide ein Gewerbe - und Industriepark (GIP) erschlossen.
Die Neuansiedlung von Handwerk und Industrie in diesem Gebiet wirkt sich günstig auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze aus.



Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist der Taurasteinturm im Wettinhain , welcher am 1.0ktober 1913 als Wasser - und Aussichtsturm übergeben wurde. Den Wettinhain selbst verdanken die Burgstädter einem Erzgebirgsverein, auf dessen Initiative 1889 die ersten Bäume und Sträucher im östlichen Teil der Stadt gepflanzt wurden. Der Park dient zu jeder Jahreszeit den Bürgern der Stadt und ihren Gästen zur Entspannung und Erholung. 1975 wurde die Freilichtbühne ihrer Bestimmung übergeben. Die 1903 entstandene Teichanlage prägt das Erscheinungsbild des Parkes mit. Im Rahmen von Rekonstruktionsmaßnahmen 1994 wurden der kleine Teich und die Insel mit Entenhaus instandgesetzt.

Taurasteinturm

Seit 1494 lief durch die Holzröhrenleitung vom Göppersdorfer Flur nach Burgstädt Wasser in verschiedene Tröge. 1832 begann man in der Herren- und der Peniger Straße mit einer Beschleusung. Die oberirdische Entwässerung wurde 1851 verboten und die Holzröhrenwasserleitung durch Eisenrohre der Königin – Marien - Hütte ersetzt. 1889/90 entstand die erste Hochdruckwasserleitung von Herrenhaide, die 1913 durch eine weitere Leitung auf dem Flurbereich Murschnitz verlängert wurde und damit die Aufstellung von Hydranten möglich machte.

Kläranlage Burgstädt

Am 27. März 1927 erfolgte eine zentrale Abwassererfasssung der Brauselochbachgemeinden mit dem Bau der Kläranlage in Heiersdorf. Sie umfasst ein Einzugsgebiet von 20,2 km². Im Jahre 1990, bedingt durch die gesellschaftlichen Veränderungen wurde der Bau einer mechanischen, biologischen und chemischen Kläranlage möglich. Die Kläranlage wurde in Heiersdorf am Standort der alten Anlage errichtet, wobei während der gesamten Bauzeit der Betrieb ständig gewährleistet war.

 
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