Bekanntmachungen

Amtliche Mitteilung
Mehr Leben in die Stadt
Bericht vom 4. Burgstädter WerkStadtGespräch am 20.06.2019

Wir leben in einer Zeit der Umbrüche, des Wandels. Die Gründergeneration der Wendezeit geht aus ihren Geschäften in Rente, Einkaufszentren und Onlinehandel kämpfen um die Portemonnaies der Kunden und in der sanierten Burgstädter Altstadt wünscht man sich mehr Bewohner und Besucher. Wenn die Stadt eine Bühne ist, wer soll, will und wird diese künftig bespielen?

„Ich bin so eine Irre“, so startete Frau Großer vom Sächsischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft ihren Vortrag zum 4. WerkStadtGespräch und hatte die Aufmerksamkeit der Burgstädter gewonnen. Thema des 4. Workshops in Burgstädt war: Welche Rolle soll die Innenstadt in unserem Leben spielen? Wem soll die Stadt künftig Bühne bieten? Vollgepackt mit anregenden und kreativen Beispielen aus anderen Städten berichtete Frau Großer vom kreativen Handeln abseits der Großstadt.

Darüber hinaus veranschaulichten Frau Achternkamp (Designerin aus Dessau-Roßlau) und Frau Hasselbach (Citymanagerin aus Kamenz) viele Möglichkeiten zur Entwicklung und Wiederbelebung von Innenstädten anhand von bereits realisierten Projekten. Darunter waren zum Beispiel Shopping-Nächte, Kunstprojekte im öffentlichen Raum, Schaufenstergestaltungen oder kleinere Sportwettbewerbe.

So eingestimmt wurde anschließend an drei Thementischen diskutiert:
• Was können wir gemeinsam tun für unsere Innenstadt? Wer sind die Akteure?
• Welche Objekte könnten öffentliche Kultur-, Anlauf- und Begegnungsstellen sein?
• Ideen und Ziele für den Wettbewerbsbeitrag „Ab in die Mitte“

Es wurde kreativ und ideenreich. Neue Veranstaltungsformate wie ein Trödelmarkt, Fotowettbewerbe, Lichtinstallationen oder die Schaffung von Anreizen zur temporären Zwischennutzung von Geschäften waren nur einige Ideen und Anregungen, die von den Burgstädtern genannt wurden. Dabei wurde auch deutlich, wie viele Veranstaltungsformate und Kulturstätten in der Stadt bereits bestehen, und diese Angebote vielleicht zu wenig wahrgenommen werden.

Die Burgstädter Innenstadt steht unzweifelhaft im Wettbewerb mit den Einkaufszentren der Umgebung. Kompaktheit, Größe und Vielfalt werden jenen gern als Wettbewerbsvorteil zugestanden. Rein von den Laufwegen und dem Flächenpotenzial kann Burgstädt in den Bereichen Kompaktheit und Vielfalt gut mithalten, mit Individualität und Kompetenz sogar punkten und könnte mit der Onlinebeschaffung sogar die fehlende Größe ausgleichen. Ein wesentlicher Unterschied wurde aber bei der koordinierten, ganzheitlichen Außenwirkung der Zentren ausgemacht.
So war schnell klar, dass es in dieser Wettbewerbssituation jemanden braucht, der die Kräfte synchronisiert und bündelt. Beim Rudern hat sich das mit den Steuerleuten im Zweier und Vierer nicht durchgesetzt, eine Achter ohne Steuermann erscheint ebenso unvorstellbar, wie ein Orchester ohne Dirigent.

Ein Altstadtmanager in Burgstädt sollte also Koordinator, Ansprechpartner, Vermittler, Ermutigender und Initiator sein. Einen Manager, einen Kommunikator, der die Händler und Gewerbetreibenden, Vereine, öffentlichen Einrichtungen und Bewohner zusammenbringt, synchronisiert und unterstützt, der das Bestehende aufgreift und ausbaut. Die Stadtverwaltung hat diese Anregung gern aufgenommen, konnte die Finanzierung im Rahmen der Städtebauförderung bereits zusichern und bereitet nun ein Ausschreibungsverfahren vor.

Enten legen ihre Eier in aller Stille, Hühner gackern beim Eierlegen. Was ist die Konsequenz? Alle Welt isst Hühnereier. Klappern gehört zum Handwerk, sagte man früher. Heute sucht man seine Alleinstellungsmerkmale. Was aber ist Burgstädts Alleinstellungsmerkmal und wen interessiert es?

In einem gesättigten Markt ist das Aufzeigen von nutzen- oder funktionsbezogenen Alleinstellungsmerkmalen kaum möglich. Marketingexperten entwickeln deshalb spätestens dann emotionsgeladene Botschaften. Diese im Stadtmarketing ebenso funktionierenden Mechanismen erklären die positive Wirkung der so genannten weichen Faktoren, der Kultur, der Emotionen, der Farben und Düfte. Hier ist das Spielfeld der Künstler, der Kreativen. Wenn die harten Fakten wie Angebot, Verfügbarkeit und Erreichbarkeit stimmen, kaufen Menschen Dinge, die sie brauchen und nicht brauchen, bei Menschen, die sie mögen.

Dazu müssen die Kunden vom Angebot wissen. Zu klappern, Aufmerksamkeit zu erzeugen, die Stadt zu zeigen, dies sind seit 15 Jahren Ziele von „Ab in die Mitte! - Die City-Offensive Sachsen“. Ausrichter des Wettbewerbs ist ein Initiativkreis der drei Sächsischen Industrie- und Handelskammern, der Sächsischen Volksbanken Raiffeisenbanken, der Edeka Grundstücksgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen, der MK Illumination Handels GmbH sowie der w3work - Agentur für Online Marketing, in dem außerdem auch die Staatsregierung vertreten ist.
„Burgstädt zeigt sich“ war eine Titelidee für einen Burgstädter Wettbewerbsbeitrag.

Lichtinstallationen für Dinge, Ort und Fenster waren Ideen für den Inhalt und Jugendliche (wo ward Ihr?) als Akteure. Ideen sprudelten bis weit über das geplante Ende der Veranstaltung.

Nun suchen wir Mitstreiter, die Burgstädt zeigen wollen. Die zeigen wollen, wie sie Burgstädt sehen, die andere sehen lassen wollen, wie sie Burgstädt sehen, ganz sicher auch jene, die gesehen werden wollen. Unsere Ideen- und Projektskizzen auf einer oder max. zwei Tafeln im Format DIN A0 Hochformat müssen wir bis Ende September einreichen.

Wir könnten also ein bisschen Hilfe gebrauchen!


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