Vor mehr als acht Jahrzehnten befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden jenes Lagers, das zum Symbol für das unvorstellbare Grauen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik wurde. Auschwitz steht für die systematische Ermordung von Millionen Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und entrechtet wurden.
Das restaurierte Denkmal für die Opfer des Faschismus im Wettinhain bildete erneut den würdevollen Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung. Der Obelisk mit der Inschrift „Den Opfern des Faschismus zur Ehr“ sowie die Figuren und der Ehrenhain gaben dem gemeinsamen Erinnern einen stillen, eindrucksvollen Rahmen. Heute ist das Mahnmal ein fester Bestandteil der Burgstädter Erinnerungskultur.
Die feierliche Gestaltung des Gedenktages lag in diesem Jahr in den Händen der Schülerinnen und Schüler der Diesterwegoberschule Burgstädt. In ihrem Redebeitrag erinnerten sie an die Schicksale der Opfer und schlugen zugleich den Bogen in die Gegenwart. Sie betonten, wie wichtig es sei, sich im Alltag gegen Ausgrenzung, Hass und Diskriminierung zu stellen, und machten deutlich, dass Erinnerung immer auch Verantwortung für die Zukunft bedeutet.
Ein besonderes Zeichen des Gedenkens setzten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an ihre Worte: Neben der gemeinsamen Kranzniederlegung ließen sie gemeinsam mit den Gästen Luftballons aus dem Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ in den Himmel steigen. Diese Geste stand symbolisch für Toleranz, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander.
Als Gäste nahmen zudem Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte des Gymnasiums Burgstädt an der Veranstaltung teil. Auch sie beteiligten sich am stillen Gedenken und unterstrichen damit die Bedeutung der schulübergreifenden Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus.
Gerade die aktive Einbeziehung junger Menschen verleiht dem Gedenken eine besondere Kraft. Wenn Schülerinnen und Schüler sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen, Fragen stellen und eigene Worte finden, wird Erinnerung lebendig und zukunftsgerichtet. Sie zeigt, dass die Verantwortung für Demokratie, Menschenwürde und gegenseitigen Respekt nicht nur eine Aufgabe der älteren Generationen ist, sondern bewusst weitergegeben und neu getragen wird.
Im Anschluss an die Beiträge folgte die traditionelle Kranzniederlegung. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadt und des Stadtrates legte auch der Jugendclub Burgstädt einen Kranz nieder. Zahlreiche weitere Bürgerinnen und Bürger gedachten mit Blumen der Opfer. Die breite Beteiligung zeigte, wie fest das Erinnern in der Stadtgesellschaft verankert ist.
Der Tag der Befreiung von Auschwitz ist nicht nur ein Moment des Gedenkens, sondern auch eine Mahnung an unsere Gegenwart. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen bleibt es notwendig, entschieden gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit einzutreten.
So wurde auch in diesem Jahr im Wettinhain deutlich: Erinnern heißt nicht nur zurückblicken, sondern Verantwortung für Gegenwart und Zukunft übernehmen.
Stadtverwaltung Burgstädt, Hauptamt

